Zimmerstutzenschützengesellschaft Schwandorf "Kloster" e. V.

Chronik von 1868 bis 1958

1868

Gründung der Zimmerstutzenschützengesellschaft "Kloster" mit dem 1. Schützenmeister Rudolf Rammensee. Das Gründungs- und Vereinslokal befindet sich im Hotel Kloster an der Bahnhofstraße.

1871

Die Klosterschützen veranstalten am 7. August ein Festschießen zu Ehren der heimkehrenden Krieger aus dem deutsch-französischem Krieg.

1877

In den folgenden Jahren sind die Klosterschützen sportlich und gesellschaftlich aktiv. Leider sind schriftliche Unterlagen aus dieser Zeit kaum vorhanden. Am 14./15. Oktober findet ein Endschießen und Schützenball statt. Dem Amtsblatt sind allerdings verschiedene Veranstaltungen zu entnehmen.

1893

Ein Festschießen mit Tanzabend findet am 28. Januar statt. Ein Jahr später am 1. Februar 1894 veranstalten die Klosterschützen ein Preisschießen mit Faschingsunterhaltung und am 22. Juli ein Preisschießen mit Konzert auf dem Hubmannwöhrl.

1897

Der Schützentag des Oberpfälzischen Schützenverbands wird am 21. November im Gasthof Zum Kloster abgehalten.

1898

Am 30. Oktober tagen die Oberpfälzer Zimmerstutzenschützen im Gasthof Zur Post. Daraufhin wird am 4. Dezember mit Beteiligung der Klosterschützen der Verband der Oberpfälzer Zimmerstutzenschützen in Schwandorf gegründet.

1901

Bei dem im Juli stattfindenden Festschießen in Regensburg nehmen die Klosterschützen erfolgreich teil.

1905

Bereits 1903 erhielten die Klosterschützen den Zuschlag für das 3. Oberpfälzer Bundesschießen. Als alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, melden am 21. Juni der Vorsitzende Meiller und der Baumeister Fröhler auch die Vollendung der eigens errichteten provisorischen Schießanlage im Klostergarten. Am 24. ? 29. Juni sieht Schwandorf Gäste aus der gesamten Oberpfalz. Auf dem Festplatz begrüßt Bürgermeister Eisenhart die versammelten Schützen und Schwandorfer Vereine, ehe ein vom Schützenbruder August Gnauck verfasster Prolog vorgetragen wird. Am 2. Festtag wir Furtwengler zum 1. Bundes- schützenmeister gewählt. An den Schusstagen werden viele Ehrenpreise vergeben. Lobende Erwähnung verdienen die Einlagen des TV Schwandorf, der mit einer Abordnung mit 60 Mann am Fest teilnimmt.
Bei der am 11. November stattfindenden Generalversammlung übernimmt August Gnauck das Amt des 1. Schützenmeisters.

1909

Ein paar Tage nach dem Jahrhunderthochwasser der Naab in Schwandorf wird am 16. Februar eine außerordentliche Generalversammlung im Gasthof Zur Post einberufen. Eröffnungsschießen der Klosterschützen im neuen Vereinslokal der "Brauerei Wolfgang Schmidt". Siegespreise gehen an die Schützen Altnöder, Georg Seebauer, Pfannenstiel, Seyer und Söllner.

1913

Auf der Schießanlage der Feuerschützen veranstalten die Klosterschützen am 26./27. Juni ein Preisschießen.

1914

Zeitgleich mit der Generalversammlung am 8. Januar wird ein Strohschießen veranstaltet. Im Amt des 1. Schützenmeisters wird Eisenbahnsekretär Furtwengler bestätigt. Siegerpreise erringen Eisenhart (2), Pfannenstiel und Glätzl. Durch den Weltkrieg 1914/18 erlischt das Vereinsleben.

1919

Nach Kriegsende blüht das Schützenwesen in Schwandorf wieder auf. Am 16. Oktober haben die Klosterschützen ihre Generalversammlung, bei der Georg Furtwengler in seinem Amt als 1. Schützenmeister bestätigt wird.

1921

Am 5. März ist ein Vortel-Schießen und im Mai des folgenden Jahres beteiligen sich die Klosterschützen beim Jubiläumsschießen in Weiden.

1924

Bei der Generalversammlung am 16. Januar wird der seit 1912 amtierende Schützenmeister Georg Furtwengler in Anerkennung seiner Verdienste zum Ehrenschützenmeister ernannt. Zu seinem Nachfolger wird Stadtbaumeister Engelhardt gewählt.

1925

Generalversammlung am 27. März: Durch den Mitgliederaufschwung ist es in der als Schießlokal benützten Kegelbahn etwas eng geworden. Herbergsvater Meisl stellt deshalb die früheren Räume wieder zur Verfügung. Die Neuwahl bringt folgendes Ergebnis: Engelhardt 1. Schützenmeister, Hack 2. Schützenmeister, Ausschussmitglieder sind, Gebhardt (Kassier), Hirschheider, Söllner, Seebauer und Stopfer. Beim Endschießen am 3./4. April erhalten Fuchs, Eisnehart (2), Scharl, Hirschheider und Hack erste Preise.

1926

Mit den Feuerschützen zusammen wird am 9. Januar eine Familienunterhaltung mit Tanz veranstaltet. Bei der Generalversammlung am 12. April werden die beiden Schützenmeister im Amt bestätigt. Die Mitgliederzahl liegt bei 45. Siegerpreise erhalten beim Anfangsschießen am 8. November Brunner, Dölzer, Söllner (2), Pfitzner und Them. Erster Schützenkönig der Vereinsgeschichte wird Fritz Gebhardt, der die neu angeschaffte Schützenkette erhält.

1928

Das Amt des 2. Schützenmeisters übernimmt bei der Generalversammlung Brunner. Am 21./22. Juli begeht die Gesellschaft ihr 60-jähriges Jubiläum. Schützenbruder Ertl holt am 11. Oktober bei der Mitgliederversammlung mit Vortelschießen den Siegespreis.

1929

Beim Sauschießen am 18. März erhalten Ostertag, Seebauer sen. und jun., Gaisa, Bauer und Fröhler erste Preise. Die Preisverteilung für das folgende Jahresschießen findet am 28. April im Schützenheim Schmidt-Bräu statt. Siegespreise gehen an Engelhardt, Pfitzner jun., Bauer und Seebauer jun.

1930

Im Januar Teilnahme am Ball der Tellschützen. Bei der Generalversammlung am 19. November im neuen Vereinslokal Hotel Kloster wird der bisherigen Vorstandschaft das Vertrauen ausgesprochen. Die Vorarbeiten für das 13. Opf. Bundesschießen sind angelaufen.
Die Vereinsleitung berichtet:
Der traditionelle Schusstag der Schwandorfer Klosterschützen ist der Donnerstag. Wie bei anderen Vereinen auch, gehört das alljährlich wiederkehrende Erringen der Königswürde zur Tradition. Das gesellige Leben wird ausgiebig gepflegt und fördert echte Schützenbrüderlichkeit. Allerlei Arten von Schießen nach verschiedenen stehenden und beweglichen Scheiben werden durchgeführt. Dazu gehören Sau-, Hasen-, Eier-, und Wurstschießen. Viele der Kloster-, Tell- und Feuerschützen sind auch zusätzlich Mitglied einer der drei Gesellschaften. Die Gesellschaft Kloster hat 4 Schießstände, bei denen auf eine Entfernung von 15 m mit Zimmerstutzen geschossen wird.

1931

Der Höhepunkt der Vereinsgeschichte der Klosterschützen ist das 13. Zimmerstutzen-Bundesschießen vom 27. Juni bis 5. Juli im Garten des Hotel Klosters. 450 Ehrengaben zieren den Gabentisch mit einem wert von ca. 10.000,-- Reichsmark. Darunter sind allein für 3.500,-- RM Barpreise. Die 12 Schützengaue der Oberpfalz mit fast 3.000 Schützen verfolgen dies mit großem Interesse. Dementsprechend groß ist die Beteiligung.
Protektor des Bundesschießens ist Seine Kgl. Hoheit Prinz Alfons von Bayern. Der Festzug und der Festabend in der Turnhalle krönen die Veranstaltung. Nach Ansprache des Bundesschützenmeisters Kowar aus Amberg gibt 1. Bürgermeister Dr. Schweigert den ersten Schuss auf die Festscheibe Schwandorf ab. Die Stadt Schwandorf hat das Festkleid angelegt. Züge aus allen Richtungen bringen die Schützen nach Schwandorf und mit klingendem Spiel werden die Gäste mit ihren Fahnen vom Bahnhof abgeholt und zum Festplatz geleitet. Sogar zwei Vertreter des "Wiener Kapselschützenverbandes" sind vertreten. Obwohl das 13. Bundesschießen eine großartige Sache ist, entsteht für die ausrichtende Gesellschaft der Klosterschützen ein größerer Fehlbetrag. Der langjährig amtierende Schützenmeister Heinrich Engelhardt tritt freiwillig zurück, der 2. Schützenmeister Fritz Gebhardt rückt an seine Stelle. Im August erreicht die Gesellschaft ein persönlich unterschriebenes Dankesschreiben Seiner Kgl. Hoheit Prinz Alfons von Bayern für die Ehrengaben ("hübsches Rauchnecessaire und den geschmackvollen silbernen Serviettenring") und die liebe Erinnerung an das Schwandorfer Schießen.

1933

Auch bei den Klosterschützen macht sich der Nationalsozialismus bemerkbar. Um den Bestrebungen der nationalen Regierung Folge zu leisten, den Schießsport zu beleben, wünscht die Gesellschaft, dass trotz der schweren Zeit, wie in anderen Gauen auch ein Gauschießen abzuhalten ist. In einem Zeitungsauschnitt wird berichtet: "Schützen der Ostmark werben. nach langen, schweren Jahren des Vegetieren und Geduldetseins wird das Deutsche Schützenwesen- und Leben wieder erweckt. Das Deutsche Vaterland braucht die Arbeit der Schützenvereine. Ein Kreis von bis an die Zähne bewaffneter Staaten umgibt uns und jeden Tag kundet ein neues Ereignis, dass wir in der Welt wenig Freunde, aber umso mehr Neider und Hasser haben. Es muss deshalb an der Wehrtüchtigkeit mit allen Mitteln gearbeitet werden."
Am 6. August beteiligen sich die Schwandorfer Schützengesellschaften am Gründungsfest der "Sechser-Vereinigung" (Schützengemeinschaft) im Hotel Kloster.

1935

Schützenbruder Morsch wird zum Schützenkönig ernannt. In seiner Ansprache ist ein kämpferischer Ton zu bemerken.

1936

Die Nationalregierung verordnet die Anerkennung der Einheitssatzung für Schützenvereinigungen; Schützenmeister = Vereinsführer.

1937

Hauptlehrer Josef Bäumler wird 1. Vereinsführer. Zum Geburtstag des Führers wird nachträglich am 24. April eine große, künstlerisch ausgeführte Ehrenscheibe ausgeschossen. Gemalt hat sie der Kunstmaler Gebhardt aus Übersee am Chiemsee, ein Bruder des Hafnermeisters Fritz Gebhardt aus Schwandorf. Die Teilnahme am Schießen ist Ehrensache.

1939

Der ehemalige langjährige Schützenmeister Heinrich Engelhardt wird zum Ehrenschützenmeister ernannt.

1940

Vereinsführer Bäumler wird Heeresteilnehmer. Sein Vertreter wird Vereinskamerad Wolfgang Meisl. Der totale Krieg verlangt den Einsatz eines jeden wehrfähigen Mannes. Die KK-Reichsbahngruppe liefert einen Betrag von 974,65 RM an das Winterhilfswerk ab. Immer mehr Kameraden müssen Fronteinsatz leisten. Die Vereinsarbeit kommt 1943 zum Erliegen. Die Eisenbahn KK-Sportgemeinschaft ist auch 1944 aktiv. Es wird in vier Anschlagsarten geschossen. Schießlokal ist der Bayerische Hof. Das Vereinslokal der Klosterschützen wird 1945 durch Kriegseinwirkung zerstört. Die Vereinsarbeit ruht bis 1949.

1949

Oberbürgermeister Sichler genehmigt die Bildung der "Schützengesellschaft Kloster", da diese lt. § 2 der Vereinssatzung lediglich kameradschaftliche und gesellige Zusammenkünfte bezweckt. Am 19. November wird kommissarisch zum 1. Vereinsführer Josef Trautner gewählt.

1954

Wolfang Meisl wird 1. Schützenmeister. Er stirbt noch im selben Jahr 68-jährig während einer Geschäftsreise an Herzversagen in Neustadt.

1958

Die Schwandorfer Zeitung schreibt:
"Fusion zwischen Kloster- u. Feuer-Schützen - Weil das Schützenmeisteramt wenig aktiv war, aber auch die Mitglieder in den vergangenen Jahren wenig Interesse zeigten, fand am Donnerstagabend im Hotel Kloster die letzte Generalversammlung der Zimmerstutzen-Schützengesellschaft "Kloster" Schwandorf statt. 1. Schützenmeister Engelhardt, der zehn von den insgesamt neunzehn verbliebenen Klosterschützen begrüßen konnte, begründete Eingangs den notwendigen Zusammenschluss der beiden Schützengesellschaften. Am 20. März 1954 hatte man bereits eine Vereinigung der Kloster-, Feuer- und Tell-Schützen angestrebt. Dieser Vorschlag scheiterte jedoch. Mehrere Ausschusssitzungen mit dem Ziel einer Aktivierung der Klosterschützen blieben erfolglos. Schützenmeister Engelhardt stellte daher den Antrag, sich mit den "Feuerschützen" zu vereinigen, ein entsprechender Beschluss wurde einstimmig gefasst. Die beiden Gesellschaften führen künftig den Titel "Vereinigte Königl. privilegierte Feuerschützen- und Zimmerstutzenschützengesellschaft "Kloster" e. V. Schwandorf". Die Kurzform lautet auf "Vereinigte Feuer- und Klosterschützen Schwandorf". Die Klosterschützen verzichten mit Rücksicht auf die verschiedenen Schießsportarten auf ein eigenes Schützenmeisteramt. Die bisherigen Satzungen der Zimmerstutzenschützengesellschaft "Kloster" verlieren nach der ersten Versammlung der "Vereinigten" ihre Gültigkeit. Das gesamte vorhandene Vereinsvermögen der Klosterschützen wird in die neuvereinigte Schützengesellschaft übernommen. Bei öffentlichen Kundgebungen usw. werden die beiden Vereinsfahnen gemeinsam geführt.

Am 28. April 1958 erfolgt die Vereinigung der Zimmerstutzenschützengesellschaft "Kloster" mit der kgl. priv. Feuerschützengesellschaft.